Von der Vergangenheit zur Gegenwart - bis zum Jahre 1952!

Schützengarde 1904
Schützengarde 1904

Nach der Überlieferung verlieh Kaiserin Maria Theresia dem Bürgerkorps Metnitz in Jahre 1744 das Recht, die Uniform zu tragen.
Die genaue Gründung des Bürgerkorps geht nach mündlichen Überlieferungen bzw. späteren Erkenntnissen in das Jahr 1740 zurück.
Ihre Nachfolger haben dem "Privilegierten, uniformierten und bewaffneten Bürgerkorps Metnitz" dieses Privileg erneuert und tatsächlich sind die Mützenschilder mit den Initialen der Kaiserin Maria Theresia und der Kaiser Joseph II., Franz I., Ferdinand I und Franz Joseph noch erhalten und werden auf den heutigen Mützen getragen. Seit 1754 scheinen in den im Gemeindearchiv hinterlegten Gerichtsrechnungen der Marktrichter von Metnitz regelmäßig die "Helleparttrager am Fronleichnahmstag" und die "Fronleichnamsschitzen" als Deputateempfänger auf.
Die Bürger- und Schützenkorps wurden in Notzeiten zur Verteidigung des Vaterlandes eingesetzt, sicherlich auch gegen die Türken. So berichtet ja auch die Überlieferung vom Einsatz des Metnitzer Bürgerkorps gegen napoleonische Truppen bei Dürnstein,
wobei die Metnitzer schwere Verluste erlitten.
Auf Franzosenzeit gehen auch die noch heute erhaltenen alten Uniformen zurück:
der grüne Rock mit rotem Brusteinsatz, die weiße Hose und die Bärenfellmütze bildeten die Uniform der Gardegrenadiere Napoleons. Als man unter Kaiser Franz Joseph im Jahre 1867 den Landsturm aufstellte, wurde das Metnitzer Bürgerkorps nicht mehr eingegliedert und kam seither als Kampftruppe nicht mehr in Betracht.

185-jähriges Bestandsfest des Metnitzer Bürgerkorps 1929
185-jähriges Bestandsfest des Metnitzer Bürgerkorps 1929

An Festtagen rückte die Garde aber im Orte und innerhalb des Landes aus.
Unter großen Schwierigkeiten gelang es, die alten Uniformen und Waffen über die Zeit
des 2. Weltkrieges und die darauf folgenden Besatzungszeit hinweg zu erhalten. An einem Sonntag, Ende Mai 1945, ließ Ferdinand Oberdorfer sen. vom Balkon des Messner-Hauses verlautbaren, dass sich Interessierte für eine Blasmusikkapelle bei ihm melden sollten. Von den bis Mitte 1945 gemeldeten 53 Interessenten sind dann 16 übrig geblieben, welche nun in Zivilkleidung und einige Zeit auch als Feuerwehrkapelle an die Öffentlichkeit traten.

Blasmusikkapelle
3. Reihe v.l.: Thomas Rauchenwald, Ferdinand Oberdorfer, Johann Geyer, Rudolf Auer, Franz Lagler,
Franz Bergmann, Rupert Wellisch
2. Reihe v.l.: Raimund Wurzer, Fritz Bergamnn, Julian Oberdorfer, Siegfried Auer, Guido Geyer, Theodor Krobath
1. Reihe v.l.: Valentin Klaming, Johann Gucher, Ferdinand Oberdorfer sen.

Metnitzer Schützengarde Metnitzer Schützengarde

Seitenanfang!